Google Wave - ein erster Eindruck
Wie versprochen, habe ich Google Wave in seiner derzeitigen Beta-Version testen können und möchte meine Gedanken und Erfahrungen aus der Nutzersicht mal darstellen.
Zunächst einmal das User-Interface, es ist schön aufgeräumt und auf das wesentliche reduziert. Das gefällt mir gut. Die Bedienung ist intuitiv und zweckmäßig, ich denke aber, dass es hier noch großes Potential zur Weiterentwicklung gibt, was von Google ja auch gewollt ist. Ich selbst habe es lediglich aus Sicht des User betrachtet, da ich nun wirklich nicht zu den Entwicklern von Web-Applikationen gehöre ;-).
Was mir am besten gefällt ist die Tatsache, dass man jede Konversation an der Stelle fortsetzen kann, an der man zuvor geendet hat. Im Vergleich zu E-Mail ist das wirklich komfortabel, dfa man nicht erst lange in Posteingang oder irgendwelchen Ordnern nach der letzten E-Mail suchen muss. Man kann die Konversation sogar noch mal Revue passieren lassen, um nochmal mitzubekommen, wie das chronologisch entstanden ist. Das hat vor allem den gewissen Charme, dass man zusätzliche User mit in die Wave holen kann, die dann ihrerseits auch nochmal sehen können, wie sich die Unterhaltung in der Wave entwickelt hat.
Natürlich ist eine wirklich coole Volltextsuche integriert, die sich von allen anderen Suchen in anderen Kommunikations-Plattformen unterscheidet, da die Suche permanent aktiv ist! Das bedeutet, dass ich nach bestimmten Begriffen suchen kann und “big brother like” sofort sehe, wenn der gesuchte Begriff in einer Wave auftaucht und zwar in Echtzeit! Das macht echt Laune.
Was mir noch nicht so richtig gefällt ist die Tatsache, dass es zur Zeit noch kein Feature zur Benachrichtigung über neue Beiträge oder Waves gibt. Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit. Ich hatte zwar Wave permanent in Chrome geöffnet, aber da ich zu 99% mit Firefox arbeite, habe ich nicht wirklich mitbekommen, wenn es was Neues gab. Da fände ich ein kleines Widget sehr nützlich.
Zum Thema Datenschutz möchte ich nur kurz erwähnen, dass das jeder selbst für sich entscheiden muss. Aber Google Wave soll ja auch als Lösung für Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, die dann in einem eigenen Meer ihre Wellen rollen lassen können.
Man kann Google Wave auch als Werkzeug zur Erstellung von gemeinsamen Dokumenten benutzen und hat gleich noch die Versionierung mit integriert. Das ist was Feines, gerade dann, wenn so etwas mal ad hoc benötigt wird.
Als Fazit möchte ich zusammenfassen, dass mir das Konzept der Kommunikation sehr gut gefällt, da es die konsequente Weiterentwicklung der Kommunikation im Internet darstellt. Im Detail sind hier sicher noch viele Feinheiten zu regeln, aber es ist ja auch die erste Beta, von der ich hier spreche. Die Erfahrung zeigt auch, dass eine gut gepflegt Community von Entwicklern so ein Produkt richtig nach vorne bringen kann. Da Goolge diesen Weg ja zu verfolgen scheint, bin ich schon ganz gespannt, was da noch auf uns zu kommt.
Stephen Kunstmann
Tags: Beta, Google Wave, Kommunikation, Test

19. Januar 2010 um 10:53
Hallo, Herr Kunstmann, herzlichen Dank für Ihre kompetente und gründliche Einschätzung von Google Wave, Grüße nach Achern, Ralf Scholz
20. Januar 2010 um 07:36
Hallo Stephen,
danke für den Artikel. Freud mich, zu sehen, dass es noch mehr begeisterte Waver gibt.
Nur mit der Aussage, dass es noch nichts gibt, was einen über neue Waves informiert, bin ich nicht einverstanden.
Für den Firefox als Plugin: http://blog.gwaver.net/2010/01/firefox-add-on-google-wave-notifier/
Und noch besser, für Windows: http://blog.gwaver.net/2010/01/google-wave-notifier/
Ich empfehle, den Google Wave Notifier für Windows, weil er auch informiert, wenn kein Browser läuft.
Schönen Tag noch,
Thomas
20. Januar 2010 um 12:58
@Thomas Friebel
Danke für den Input - in FF war mir Google Wave noch zu zäh (liegt auch evtl. an den vielen offenen Tabs…) und habe mich daher auf den “optimierten” Browser Chrome gesetzt. Da flutscht es wirklich sehr gut.
Ich werde mir die Tools mal ansehen.
Stephen